Die meisten Führungskräfte in der Sozialwirtschaft sind aus der Fachlichkeit heraus in die Rolle gekommen. Sie waren gute Erzieher, gute Pflegekräfte, gute Pädagogen und stehen nun zwischen Team und Leitung, mit einer Verantwortung, auf die sie niemand vorbereitet hat. Dieses Programm setzt genau dort an: nicht bei Methoden, sondern bei der Rolle.
Wie wir arbeiten
- Haltung vor Technik. Führungskräfte lernen hier nicht, wie man etwas macht. Sie erfahren, wer sie in der Rolle sind und wie sie bewusster darin werden. Technik folgt daraus, nicht umgekehrt.
- Tiefe statt Breite. Kein Methodenrepertoire, sondern Durchdringung. Drei Module gehen weiter als zehn an der Oberfläche.
- Prozess statt Seminar. Die Entwicklung findet nicht nur an den Modultagen statt. Die Wochen dazwischen, mit Beobachtungsauftrag und Arbeitsbuch, sind fester Programmbestandteil.
- Am eigenen Anteil, nicht am Gegenüber. Wer Kultur verändern will, muss zuerst das eigene Verhalten untersuchen, nicht das der Mitarbeiter.
- Vertraulichkeit und Freiwilligkeit. Was im Raum bleibt, bleibt im Raum, auch gegenüber der Geschäftsführung, die das Programm beauftragt hat. Ohne diese Zusage funktioniert Führungsentwicklung nicht.
Die drei Module
Modul 1 · Rollenklarheit und Systemkompetenz. Der Blick nach innen: Wahrnehmung und Deutung unterscheiden, Person und Rolle trennen, eigene Trigger und Selbststeuerung, die Organisation als System lesen.
Modul 2 · Konflikt und Kommunikation. Der Blick nach außen: Konflikte als Systeminformation, die fünf Widerstandsformen erkennen, Gespräche führen mit Haltung vor Technik, Teamdynamiken, Klarheit und Konsequenz.
Modul 3 · Ambiguität und Resilienz. Der Blick nach vorn: Entscheiden, wenn nicht alles klar ist, Widersprüche aushalten, ohne sie voreilig aufzulösen, die eigene Stabilität über Zeit sichern.
Das Arbeitsbuch
Das Arbeitsbuch begleitet das Programm nicht, es ist sein Herzstück. Die Teilnehmer nehmen kein Handout mit, sondern einen Band, in den sie über Wochen hineinschreiben, zurückblättern und weiterdenken. Es bleibt im Regal, wenn das Programm längst vorbei ist.
- 120 bis 140 Seiten, drei Module in einem Band
- Inputseiten, Reflexionsräume mit großzügiger Schreibfläche, Werkzeugseiten mit Leitfragen für konkrete Führungssituationen und Transferseiten für die Zeit zwischen den Modulen
- Branchenübergreifend einsetzbar, Jugendhilfe, Klinik und Pflege, Sozialwirtschaft, Verwaltung
Formate
| Format | Für wen | Umfang |
|---|---|---|
| Inhouse-Programm | Eine Leitungsrunde einer Organisation; Beispiele und Fallmaterial auf Ihr Haus zugeschnitten | 3 Modultage à 8 UE (24 UE) plus Zwischenphasen |
| Offene Gruppe | Führungskräfte aus verschiedenen Häusern, offener Austausch, weil der eigene Vorgesetzte nicht im Raum sitzt | 3 Modultage à 8 UE (24 UE) plus Zwischenphasen |
| Einzelmodul | Einstieg oder gezielte Ergänzung; das Arbeitsbuch ist immer vollständig enthalten | 1 Tag à 8 UE |
| Begleitendes Coaching | Optional, für Leitungen, die parallel an einer konkreten Situation arbeiten | Nach Vereinbarung, meist 3 bis 5 Sitzungen |
Rahmen
- Zielgruppe: Team-, Wohngruppen-, Stations-, Bereichs- und pädagogische Leitungen, auch kurz vor oder nach dem Übergang in die Rolle.
- Rhythmus: Vier bis sechs Wochen zwischen den Modulen. Diese Zeit ist eingeplant, nicht übrig, in ihr entsteht der größere Teil der Entwicklung.
- Gruppengröße: 8 bis 12 Teilnehmer. Bewusst klein, weil an eigenen Führungssituationen gearbeitet wird.
- Abschluss: Zertifikat nach Praxisprojekt und Kolloquium, 24 Unterrichtseinheiten, ausgewiesen für den Fortbildungsnachweis.
- Konditionen: Offene Gruppe und Einzelmodul werden je Teilnehmer abgerechnet, das Inhouse-Programm als Gesamtangebot für Ihr Haus. Das Arbeitsbuch ist in allen Formaten enthalten. Ein Angebot erhalten Sie nach einem kurzen Vorgespräch.
- Bildungsfreistellung: Die Modultage sind Tagesformate und damit grundsätzlich freistellungsfähig. Antrag spätestens zehn Wochen vor Beginn; beworben werden darf sie erst mit vorliegendem Bescheid.
Fachlicher Hintergrund
Systemisch und psychoanalytisch fundiert, insbesondere im Verständnis von Containment nach Wilfred Bion, in der Gesprächsführung geprägt von der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Beides bleibt im Hintergrund: Wir arbeiten damit, nicht darüber.