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DAS INSTITUT

Leistungen · Weiterbildung · Inhouse-Qualifizierung · Sozialpädagogische Praxis

Dokumentation

Fachliches Handeln sichtbar machen, in Worten, die tragen

  • Inhouse

    vor Ort oder online

  • Drei Tage

    Grundlagenqualifizierung

  • bis 16

    Teilnehmer

Was nicht dokumentiert ist, hat nicht stattgefunden. Was schlecht dokumentiert ist, wird gegen Sie verwendet.

Das Problem

In den meisten Einrichtungen wird viel dokumentiert und wenig gesagt. Die Einträge sind entweder reine Ereignismeldungen ohne fachliche Einordnung oder Bewertungen ohne jeden Beleg. Beides ist wertlos: Im Hilfeplangespräch trägt es nicht, bei der Übergabe hilft es nicht, und wenn es einmal ernst wird, hält es keiner Prüfung stand.

Das liegt nicht an mangelnder Sorgfalt und schon gar nicht an fehlender Fachlichkeit. Fachkräfte verstehen ihre Fälle in der Regel sehr genau. Was fehlt, ist die Sprache, dieses Verstehen aufzuschreiben: die Begriffe, mit denen sich eine Vermutung als Vermutung, eine Wirkung als Tendenz und eine Handlung als Intervention benennen lässt.

Deshalb arbeiten wir nicht an Formularen und nicht an Software. Wir arbeiten an der Sprache. Sie ist das Einzige, was bleibt, wenn das Dokumentationssystem das nächste Mal gewechselt wird.

Die drei Ebenen, auf denen Dokumentation wirkt

  • Einzelfall: Hilfeplanung, Verlaufskontrolle, Reflexion. Was wir über diesen Menschen verstehen und woran wir es festmachen.
  • Organisation: Qualitätsentwicklung, Controlling, Wissenssicherung. Was bleibt, wenn eine Kollegin geht.
  • Öffentlichkeit: Legitimation, rechtliche Absicherung, Leistungsnachweis. Was Ihre Arbeit gegenüber Kosten- und Aufsichtsträgern belegt.

Ein Eintrag, der nur die erste Ebene bedient, fällt auf der dritten durch. Genau dort entsteht der Druck, unter dem Teams stehen.

Woran wir konkret arbeiten

Kein Theorieblock. Wir gehen an die Sätze, die in Ihren Akten tatsächlich stehen, und schauen, was sie leisten und was nicht.

So steht es häufig daSo trägt es
„Timo war heute wieder aggressiv.“Timo hat im Streit um die Fernsehzeit einen Stuhl umgestoßen und den Raum verlassen. Hypothese: Rückzug als Selbstschutz, nicht als Verweigerung; bislang zweimal in ähnlicher Konstellation beobachtet.
„Gespräch geführt.“Beziehungsklärung nach dem Vorfall. Ziel war, den Kontakt wiederherzustellen, ohne die Grenze zurückzunehmen. Timo hat das Gespräch angenommen und von sich aus einen Vorschlag zur Wiedergutmachung gemacht.
„Es geht ihr deutlich besser.“Wirkungstendenz: seit vier Wochen keine unentschuldigten Fehlzeiten in der Schule. Teilziel 2 damit teilweise erreicht. Ob dies auf die veränderte Morgenstruktur zurückgeht, ist noch nicht gesichert.
„Die Mutter ist unkooperativ.“Drei Termine wurden kurzfristig abgesagt. Bisheriges Deutungsmuster im Team: Desinteresse. Alternative Lesart: Überforderung mit der Terminlogistik bei Schichtdienst; noch nicht geprüft, wird beim nächsten Kontakt angesprochen.
„Die Situation hat sich beruhigt.“Deeskalationsintervention und anschließende Affektregulation durch Begleitung nach draußen. Nach etwa zwanzig Minuten war Timo wieder ansprechbar.

Was der Unterschied ausmacht. Die rechte Spalte ist nicht länger, weil mehr passiert wäre, sondern weil vier Dinge benannt sind: die Beobachtung, die Deutung als Deutung, die Intervention mit Namen und der Bezug zum Ziel. Genau diese vier Elemente machen einen Eintrag im Hilfeplan brauchbar, in der Übergabe verständlich und im Streitfall belastbar.

Aufbau der Qualifizierung

Baustein 1 · Wozu wir dokumentieren: ein halber Tag Die drei Ebenen und ihre unterschiedlichen Anforderungen. Warum jede Dokumentation selektiv ist und was das für die Auswahl bedeutet. Dokumentationszweck, Kontextgebundenheit und Verwendungskontext, an eigenen Beispielen durchgespielt statt abstrakt behandelt.

Baustein 2 · Beobachten, deuten, unterscheiden: ein Tag Der Kern. Beschreibung und Interpretation trennen; eine Hypothese als Hypothese kennzeichnen; Mehrdeutigkeit und Ungewissheit aushalten und benennen, statt sie durch Eindeutigkeit zu ersetzen. Geübt wird an mitgebrachtem, anonymisiertem Material.

Baustein 3 · Interventionen benennen: ein Tag Aus „Gespräch geführt“ wird eine benannte fachliche Handlung. Wir arbeiten mit einem geordneten Repertoire über sechs Ebenen: Beziehung, Verhalten, Emotion, Reflexion, Soziales und Struktur. Diesem ordnen wir zu, was Ihre Fachkräfte ohnehin täglich tun.

Baustein 4 · Ziele und Wirkung: ein halber Tag Zielbezug, Zielanpassung, Teilziele. Der Unterschied zwischen Wirkung, Wirkungstendenz und Wirkungsannahme, und warum die vorsichtigere Formulierung die belastbarere ist. Anschluss an die Hilfeplanung.

Baustein 5 · Standard im Haus: ein halber Tag, für Leitungen Damit es nach der Qualifizierung nicht wieder auseinanderläuft: gemeinsame Mindeststandards, Prüffragen für die Leitung, Einarbeitung neuer Kollegen, Umgang mit Akteneinsicht und Aufbewahrung.

Das Manual

Zu jeder Qualifizierung gehört das institutseigene Manual Dokumentation: ein geordnetes Vokabular für die tägliche Arbeit mit Begriffen zur fachlichen Einschätzung, zur Ziel- und Wirkungsorientierung sowie einem vollständigen Interventionsrepertoire über sechs Ebenen.

Es ist ausdrücklich kein Textbaustein-Katalog. Wer Formulierungen kopiert, dokumentiert wieder ohne zu denken. Das Manual liefert die Begriffe, mit denen das eigene Fallverstehen benennbar wird. Die Sätze schreibt weiterhin die Fachkraft.

Formate

Alle Formate sind Inhouse-Angebote und werden auf Ihre Dokumentationspraxis zugeschnitten: auf Ihr System, Ihre Berichtsformate und Ihren Kostenträger. Vor Ort oder online.

A · Grundlagenqualifizierung: drei Tage · ein Team oder eine Einrichtung · bis 16 Personen Bausteine 1 bis 4 als zusammenhängender Durchgang. Zwischen den Tagen liegen Praxisphasen, in denen die Teilnehmer im eigenen Alltag dokumentieren und das Ergebnis zurückbringen. Ohne diese Phasen bleibt es bei guten Vorsätzen.

B · Dokumentationswerkstatt: ein Tag · am eigenen Material Für Teams, die die Grundlagen haben und an der Umsetzung scheitern. Jeder bringt eigene, anonymisierte Einträge mit; gearbeitet wird ausschließlich daran. Auch einzeln buchbar als Auffrischung nach der Grundlagenqualifizierung.

C · Leitungsmodul: ein halber Tag · für Leitungen und Qualitätsbeauftragte Baustein 5 als eigenständiges Format. Sinnvoll auch vorgeschaltet: Wenn die Leitung weiß, woran sie gute Dokumentation erkennt, trägt die Qualifizierung des Teams deutlich länger.

Rahmen

  • Zielgruppe: Fachkräfte der stationären und ambulanten Hilfen zur Erziehung, Wohngruppen, Kindernotdienste, Pflegekinderdienste, Eingliederungshilfe, Beratungsstellen
  • Gruppengröße: bis 16 Personen; in der Werkstatt bis zwölf, damit jeder eigenes Material bearbeiten kann
  • Material: Manual Dokumentation für jeden Teilnehmer, Arbeitsblätter, auf Wunsch ein Kurzleitfaden für die Einarbeitung neuer Kollegen
  • Vertraulichkeit: Mitgebrachtes Material wird ausschließlich in der Gruppe bearbeitet und nicht bewertet. Es geht um die Formulierung, nicht um die Beurteilung der Kollegen
  • Anonymisierung: Alle Beispiele werden vor der Sitzung anonymisiert. Wir geben dafür eine kurze Anleitung vorab
  • Vorgespräch: kostenfrei, wir sehen uns vorab an, wie bei Ihnen dokumentiert wird, und passen die Bausteine an
  • Angebot: Ein individuelles Angebot erhalten Sie nach dem Vorgespräch, abgestimmt auf Format, Gruppengröße und Anfahrt

Wie wir arbeiten

Unsere Qualifizierungen setzen nicht bei Instrumenten an, sondern bei der Haltung, aus der heraus gearbeitet wird. Instrumente folgen daraus, nicht umgekehrt. Bei der Dokumentation heißt das: Wir bringen keine Vorlage mit, die über Ihre Praxis gelegt wird. Wir arbeiten an dem, was Ihre Fachkräfte schreiben.

Am eigenen Material. Geübt wird an echten, anonymisierten Einträgen aus Ihrem Haus. Konstruierte Beispiele sind immer schon zu gut formuliert.

Sprache statt Formular. Systeme wechseln, Formulare ändern sich. Die Fähigkeit, fachlich zu formulieren, bleibt.

Deutung als Deutung. Eine Hypothese wird als Hypothese kenntlich gemacht. Das ist keine Unsicherheit, sondern Professionalität.

Mehrperspektivität. Mehrere Lesarten dürfen nebeneinander stehen. Eine Akte, in der es nur eine Wahrheit gibt, hat aufgehört zu denken.

Ohne Beschämung. Niemandes Eintrag wird vorgeführt. Wer sich bloßgestellt fühlt, schreibt danach vorsichtiger, nicht besser.

Alltagstauglich. Was zusätzliche zwanzig Minuten pro Eintrag kostet, wird nicht überleben. Wir arbeiten an Qualität im vorhandenen Zeitrahmen.

Was sich dadurch verändert

  • Hilfeplangespräche werden leichter, weil die Einschätzung bereits belegt in der Akte steht.
  • Übergaben werden kürzer, weil nachvollziehbar ist, was gemeint war.
  • Wirkungen der eigenen Arbeit werden sichtbar, auch gegenüber Kostenträgern.
  • Neue Kollegen finden schneller in Fälle hinein, weil Fallverstehen dokumentiert ist und nicht nur erzählt wird.
  • Im Streitfall hält die Akte, was sie soll: Sie belegt fachliches Handeln statt es nur zu behaupten.

Ein Hinweis, den wir immer geben

Bessere Dokumentation ersetzt keine ausreichende Personalbemessung. Wenn in Ihrem Haus systematisch keine Zeit für Dokumentation eingeplant ist, löst das keine Qualifizierung. Dann ist es eine Frage der Dienstplangestaltung, und wir sagen das auch. Wir arbeiten an dem, was in der vorhandenen Zeit besser geht.

Wer mit Ihnen arbeitet

Prof. Dr. Gabriele Taube. Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung von DAS INSTITUT.

Promotion in Erziehungs- und Sozialwissenschaften, langjährige Erfahrung in Forschung, Beratung, Supervision und Organisationsentwicklung. Ihre Arbeitsschwerpunkte Praxisforschung, Theorie-Praxis-Transfer und wirkungsorientierte Steuerung treffen bei der Dokumentation zusammen: Es geht um nichts anderes als darum, fachliches Handeln so zu fassen, dass es überprüfbar wird.

Zu ihren Veröffentlichungen gehören Arbeiten zu Professionalität in der Sozialen Arbeit und zum Theorie-Praxis-Transfer im berufsbegleitenden Studium. Sie weiß aus der Forschung wie aus der Beratung, woran Berichte im Hilfeplangespräch und gegenüber Kostenträgern tatsächlich gemessen werden.

Kontakt

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