Wer schon einmal von Gewaltfreier Kommunikation gehört hat, erinnert sich oft an Sätze, die sich hölzern anfühlen. „Ich beobachte, ich fühle, ich brauche.” Kaum jemand redet so, und niemand sollte es müssen.
Wir arbeiten anders. Die vier Schritte sind hier keine Sprechweise, sondern eine Frage, die man sich stellt, bevor man antwortet. Was habe ich tatsächlich gesehen, und was habe ich schon gedeutet? Was nehme ich in mir wahr? Was brauche ich gerade? Und was wäre ein konkreter nächster Schritt? Der Unterschied ist nicht dramatisch. Aber er ist spürbar, für Sie und für Ihr Gegenüber.
Wie wir arbeiten
- Wahrnehmung vor Technik. Bevor es um Formulierungen geht, klären wir, was überhaupt wahrgenommen wurde und was schon Deutung war. Wer diesen Unterschied merkt, braucht kaum noch Sätze auswendig.
- Am eigenen Anteil, nicht am Gegenüber. Wir verändern nicht die Kollegin, die Leitung oder den Angehörigen. Wir verändern den eigenen Beitrag zum Gespräch, das ist der einzige Hebel, der zuverlässig funktioniert.
- Freiwilligkeit. Niemand muss sich öffnen. Das Teilen eigener Situationen im Plenum ist durchgängig freiwillig, und wir arbeiten ohne Partnerübungen, in Teams sitzt das Gegenüber oft mit im Raum.
- Schichtdiensttauglich. Jeder Termin beginnt mit einer kurzen Wiederholung. Wer eine Einheit verpasst, kann in der nächsten wieder einsteigen, ohne den Anschluss verloren zu haben.
- Echte Situationen statt Fallbeispiele. Gearbeitet wird an dem, was in Ihrem Arbeitsalltag tatsächlich gesagt wurde. Konstruierte Dialoge erzeugen konstruierte Erkenntnisse.
Inhalte
- Kommunikation als Haltung, warum Technik allein nicht trägt
- Schritt 1: Beobachtung statt Bewertung, konkret, überprüfbar, ohne „immer” und „nie”
- Schritt 2: Gefühle wahrnehmen und benennen, und den eigenen Wortschatz dafür erweitern
- Schritt 3: Bedürfnisse, was hinter jedem Gefühl steht und warum es verbindet
- Schritt 4: Die Bitte, konkret, positiv, erfüllbar. Und warum eine Bitte, die kein Nein verträgt, eine Forderung ist
- Empathisches Zuhören, zuhören statt antworten, spiegeln, nachfragen, aushalten
- Alle vier Schritte unter Druck: Zeitmangel, Hierarchie, Belastung, und der persönliche Transfer
Material: Zu jedem Termin ein gedrucktes Arbeitsblatt. Zum Abschluss erhalten Sie eine laminierte Gefühls- und Bedürfniskarte für den Kitteltaschengebrauch, sie bleibt länger im Einsatz als jedes Skript.
Zielgruppe: Fach- und Leitungskräfte aus Pflege und Klinik, Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Eingliederungshilfe und der Verwaltung sozialer Einrichtungen. Abschluss: Zertifikat nach dokumentierter Praxisreflexion.
Drei Wege durch dasselbe Curriculum
Die Inhalte sind in allen drei Varianten identisch. Sie unterscheiden sich in Zeitverlauf, Ort und Freistellungsfähigkeit. Welche passt, hängt weniger vom Thema ab als von Ihrem Dienstplan.
| A · Reihe online | B · Kompakt vor Ort | C · Kompakt online | |
|---|---|---|---|
| Aufbau | 6 Termine à 90 Minuten, wöchentlich | 2 zusammenhängende Tage à 8 UE | 2 zusammenhängende Tage à 8 UE |
| Umfang | 12 UE | 16 UE | 16 UE |
| Ort | Online | Gnoien oder bei Ihnen im Haus | Online |
| Für wen | Selbstzahler und alle ohne Freistellungsmöglichkeit | Teams und Einrichtungen; Beispiele auf Ihr Feld zugeschnitten | Teilnehmer mit weiter Anreise |
| Gruppe | 8 bis 12 | 8 bis 14 | 8 bis 12 |
| Bildungsfreistellung | Nicht möglich, kein Tagesformat | Nach Anerkennung durch das LAGuS möglich | Offen, ob MV Online-Formate anerkennt, ist beim LAGuS zu klären |
| Besonderheit | Zeit zwischen den Terminen, um im Alltag zu erproben | Mehr Raum für Übung an schwierigen Gesprächen | Arbeitsblätter werden vorab versandt und ausgedruckt |
Hinweise
- Kurzfassung: Auf vier Termine und 8 Unterrichtseinheiten verkürzbar, dann nur die vier Schritte, ohne empathisches Zuhören und ohne die Einheit unter Druck. Das ist die Fassung, die sich im Klinikbetrieb bewährt hat.
- Anschluss: Kommunikation und Konflikte bauen aufeinander auf. Wer beide belegt, kann die Wiederholungsteile abkürzen. Wir bieten die Kombination als aufeinander aufbauende Reihe an.
- Freistellung: Nur die Blockvarianten kommen in Frage; der Antrag muss spätestens zehn Wochen vor Beginn beim Landesamt für Gesundheit und Soziales eingehen. Beworben werden darf sie erst, wenn der Bescheid vorliegt.
- Konditionen: Die Varianten A und C werden je Teilnehmer abgerechnet, Variante B je Teilnehmer oder als Inhouse-Gesamtangebot für Ihr Haus. Material und Zertifikat sind jeweils enthalten. Ein Angebot erhalten Sie auf Anfrage.
Fachlicher Hintergrund
Grundlage ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, ergänzt um psychoanalytisch und systemisch fundiertes Denken, insbesondere das Verständnis von Containment nach Wilfred Bion. Beides bleibt im Hintergrund: Wir arbeiten damit, nicht darüber.