Wer mit Menschen arbeitet, kann Konflikten nicht ausweichen. Sie entstehen aus Rollen, die sich widersprechen, aus Hierarchien, in denen Widerspruch strukturell erschwert ist, und aus Teams, die nach dem Streit weiter zusammenarbeiten müssen. Dazu kommt eine Belastung, die irgendwann genau die Fähigkeit auffrisst, die man zur Klärung bräuchte.
Die meisten Konfliktseminare setzen bei der Gesprächstechnik an. Wir setzen eine Stufe früher an: bei der Frage, ob Sie im entscheidenden Moment überhaupt noch handlungsfähig sind. Denn es gibt einen Punkt, ab dem keine Methode mehr greift, und wer diesen Punkt bei sich kennt, kann früher eingreifen, statt hinterher zu wissen, was richtig gewesen wäre.
Wie wir arbeiten
- Handlungsfähigkeit vor Technik. Gesprächstechnik nützt nichts, wenn die Selbststeuerung bereits weg ist. Wir arbeiten deshalb zuerst an der Wahrnehmung des eigenen Zustands und erst dann an der Methode.
- Am eigenen Anteil, nicht am Gegenüber. Wir verändern nicht die Kollegin, die Leitung oder den Kooperationspartner. Wir verändern den eigenen Beitrag zur Dynamik, das ist der einzige Hebel, der zuverlässig funktioniert.
- Freiwilligkeit. Niemand muss sich öffnen. Das Teilen eigener Fälle im Plenum ist durchgängig freiwillig, und wir arbeiten ohne Partnerübungen, in hierarchischen Teams sitzt der Konfliktpartner oft mit im Raum.
- Schichtdiensttauglich. Jeder Termin beginnt mit einer kurzen Wiederholung. Wer eine Sitzung verpasst, kann in der nächsten wieder einsteigen, ohne den Anschluss verloren zu haben.
- Echte Situationen statt Fallbeispiele. Gearbeitet wird an dem, was in Ihrem Arbeitsalltag tatsächlich passiert. Konstruierte Fälle erzeugen konstruierte Erkenntnisse.
Inhalte
- Konflikte verstehen, die vier Ebenen und die typischen Ursachen
- Rollenkonflikte im beruflichen Alltag und die eigene Konfliktbiografie
- Stress und Konfliktfähigkeit, das eigene Toleranzfenster und seine Frühwarnzeichen
- Eskalation verstehen, die neun Stufen nach Glasl
- Konfliktdiagnostik und stufengerechte Intervention
- Die eigene Rolle, Konfliktstile und selbstverstärkende Schleifen
- Der innere Wendepunkt, persönlicher Transferplan und Abschluss
Zielgruppe: Fach- und Leitungskräfte aus Pflege und Klinik, Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Eingliederungshilfe und der Verwaltung sozialer Einrichtungen, überall dort, wo mit Menschen gearbeitet wird und Teams dauerhaft zusammenbleiben. Abschluss: Zertifikat nach eingereichtem Transferplan. Inhouse: Bei Buchung für eine einzelne Einrichtung passen wir Beispiele und Fallmaterial vollständig an Ihr Arbeitsfeld an.
Drei Wege durch dasselbe Curriculum
Die Inhalte sind in allen drei Varianten identisch. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Zeit zwischen den Schritten liegt, wo gearbeitet wird und ob eine Freistellung möglich ist. Welche Variante passt, hängt weniger vom Thema ab als von Ihrem Dienstplan.
| A · Reihe online | B · Kompakt vor Ort | C · Kompakt online | |
|---|---|---|---|
| Aufbau | 7 Termine à 90 Minuten, wöchentlich | 2 zusammenhängende Tage à 8 UE | 2 zusammenhängende Tage à 8 UE |
| Umfang | 14 UE | 16 UE | 16 UE |
| Ort | Online | Gnoien oder bei Ihnen im Haus | Online |
| Für wen | Selbstzahler und alle, die keine Freistellung bekommen | Teams und Einrichtungen; Beispiele auf Ihr Feld zugeschnitten | Teilnehmer mit weiter Anreise |
| Gruppe | 8 bis 12 | 8 bis 14 | 8 bis 12 |
| Bildungsfreistellung | Nicht möglich, kein Tagesformat | Nach Anerkennung durch das LAGuS möglich | Offen, ob MV Online-Formate anerkennt, ist beim LAGuS zu klären |
| Besonderheit | Niedrige Einstiegshürde, längere Wirkzeit zwischen den Terminen | Kartenarbeit und lebendige Konflikttreppe im Original möglich | Kartenarbeit über vorab versandte Arbeitsblätter |
Hinweise zur Bildungsfreistellung
- Nur die Blockvarianten kommen in Frage. Ein Freistellungstag setzt ein Tagesprogramm von mindestens rund sechs Zeitstunden voraus, acht Unterrichtseinheiten je Tag erfüllen das.
- Der Antrag muss spätestens zehn Wochen vor Veranstaltungsbeginn beim Landesamt für Gesundheit und Soziales eingehen, online und zusätzlich als unterschriebener Ausdruck.
- Beworben werden darf die Freistellungsmöglichkeit erst, wenn der Bescheid vorliegt. Vorher ist die Aussage irreführend.
- Maßgeblich ist der Arbeitsort des Teilnehmers, nicht der Veranstaltungsort. Der MV-Bescheid gilt zunächst für in MV Beschäftigte, mehrere Länder erkennen ihn jedoch an oder verkürzen ihr Verfahren, wenn er beiliegt.
Konditionen: Die Varianten A und C werden je Teilnehmer abgerechnet, Variante B je Teilnehmer oder als Inhouse-Gesamtangebot für Ihr Haus. Material und Zertifikat sind jeweils enthalten. Ein Angebot erhalten Sie auf Anfrage.
Varianten des Umfangs: Variante A lässt sich auf fünf Termine und 10 Unterrichtseinheiten verkürzen, wenn das Zeitbudget knapp ist.